Pinebay Coppersheen Columbus "Kettu - the Finnish Fox"

* 19.5.2016 (Razzmuzz x Pinebay Blixt)

Züchter / Breeder: Suvi Lintukangas, Honkilahti, FINLAND 

HD B/B    ED 0/0   Grösse: 60 cm, Gewicht: 19 kg   DNA-Test normalPRA-rcd1, PRA-rcd4 & CLAD Genotyp NN (frei)

Lumbosakraler Übergangswirbel Grad 0 - frei. Keine Anzeichen von Spondylose (Rückenröntgen 22.5.2017)

Zuchtzulassung SPCS/SKG bestanden, schussfest. Uneingeschränkt zuchttauglich.
Prüfungen D/F/CH: JuS, Int Derby Solo & Paar, Einzelsuche, Field Trial Solo & Paar (exc)
Prüfungen GB: Field Trial awards in Puppy, Novice and Open Stakes. 2019: Fully qualified for Open Stakes.
Kettu steht restriktiv zum Decken zur Verfügung. At limited stud. Formwert: sehr gut

AHNENTAFEL / PEDIGREE


Kettu in Schottland, März 2020
Unser kleiner Kettu ist mit bald vier Jahren der Star der Familie! Er arbeitet auf den schottischen Hochmooren schnell, sicher und ausdauernd. Er liebt die Suche nach Grouse über alles, steht sicher vor und zieht auf Befehl frei und zügig nach. Mit fast vier Jahren zeigte er bei der Arbeit auf dem Moor eine Reife und Erfahrung, die mir grosse Freude bereitet.
Ich hoffe, dass dieses "COVID-Jahr" uns noch Möglichkeiten bietet, die Hunde zu trainieren. Die Britischen Field Trials wurden für das ganze Jahr 2020 abgesagt.

Fotos unten vom Juli/August 2019: Kettu bei Wildzählungen auf dem Schottischen Hochmoor. Seine Erfahrung bei der Suche nach Grouse wird hier offensichtlich. 

Wer genau hinschaut, entdeckt die Grouse Dame! 

 

Dezember 2019

Seit Mitte Dezember darf Kettu wieder frei laufen; seine Zehenverletzung scheint gut abgeheilt zu sein. Die Geduld hat sich gelohnt. Nun heisst es nichts überstürzen und langsam die Belastung steigern. Vorsicht ist angebracht und wildes Herumflitzen mit Rasmus ist noch immer nicht erlaubt. 

November 2019
Die Verletzung, welche Kettu sich Mitte Oktober zugezogen hatte, ist leider noch nicht verheilt. Es stellte sich nachträglich heraus, dass er einen Kapselriss des obersten Gelenks am "Zeigefinger" der rechten Vorderpfote erlitten hatte. Eine typische Renn-Verletzung bei Windhunden (!). Der Stützverband bleibt 6 Wochen dran, danach langsamer Aufbau und Physio. Ich hoffe sehr, dass die Pfote danach wieder die extremen Belastungen meines Flughundes aushält. Kettu verhält sich erstaunlich brav, auch wenn er liebend gerne frei über die Felder rennen würde. Bedingt durchdie Verletzung konnte Kettu nicht den jagdlichen Herbstprüfungen teilnehmen, doch sein Sohnemann hat ihn würdig vertreten. 

 

Oktober 2019

Schonung ist angesagt. Kettu, unser Wirbelwind, hat sich beim Training einen vorderen Zehen verstaucht und musste 10 Tage einen Stützverband tragen. Seit heute ist der Verband weg und es ist langsamer Aufbau angesagt. 

 

September 2019
Erstmals durfte Kettu die Schweiz an einer EM vertreten! In Italien fand die Europameisterschaft der Irish Setter, Herbstsuche, statt. Das Team Schweiz bestand aus zwei Irish Setter: Kaya (Colibri v.d. Wiesenstrolchen) und Kettu, sowie den Damen Stephanie Trüeb und meiner Wenigkeit. Die Prüfung fand in der Nähe von Verona statt, in der Gegen um Pegognaga. Die Konkurrenz war international: Italien, Frankreich, die Ukraine, die Niederlanden - und die Schweiz. Zwei Tage mit je 40 Hunden am Start. Das Wetter spielte allerhand Kapriolen: von Gewitter und heftigem Regen zu schwülheissem Sonnenschein - und wieder zurück. Das Wildvorkommen bestand aus Rebhühner, Fasan, viele Hasen und ein paar Wachteln. Der Bewuchs war offene Felder mit kurzem/mittlerem/hohem Bewuchs, Hecken, Gräben, teils hüfthohem Gras/Schilf/Bewuchs. Viele Hunde zeigten im sehr nassen Gras und bei Regen Mühe, rechtzeitig die Witterung wahrzunehmen und das Wild vorzustehen. So ging das Team Schweiz am ersten Tag leer aus. Mehr Glück hatten wir am zweiten Tag, da konnte Kaya eine Kettu Rebhühner vorstehen und erreichte damit eine vorzügliche Klassierung im dritten Platz! Kettu zeigte abermals eine sehr passionierte, weite und schnelle Suche während heftigem Regen. Leider konnte er nur kurz vorstehen, bevor die Rebhühner am Feldrand aufflogen. Er war somit ausgeschieden, doch die lobenden Worte der Richter und Mitkonkurrenten erfreuten mich sehr! 
Wir sind wieder um eine Erfahrung reicher. Dennoch muss ich festhalten, dass es Aspekte gab, welche mir an dieser Prüfung nicht gefallen haben. Leider vermisste ich bei gewissen Hundeführern die sportlich faire Haltung. Offensichtlich ist bei manchen Leuten der Ehrgeiz zu gewinnen wichtiger als die Freude an der Arbeit mit dem Hund.

Europameisterschaft für Irish Setter, Team Schweiz!
Europameisterschaft für Irish Setter, Team Schweiz!

Italien oder Schottland? Meine Antwort ist wohl offensichtlich. Die Landschaft, die Stimmung, die Trials, die Leute... es wirkt auf der Insel alles so viel entspannter. 

Die folgenden Aufnahmen von Kettu in Nord-England verdanke ich dem Kanadischen Fotografen Craig Koshyk.
Craig war zusammen mit seiner Frau zu Besuch bei den Britischen Jagdprüfungen für Pointer und Setter. Er arbeitet an einem neuen Buch über Setter und Pointer. Die komplette Fotogallerie ist auf seiner Homepage www.dogwilling.ca zu sehen.

Seit Sommer 2019 läuft Kettu in der höchsten Klasse bei den Field Trials in Grossbritannien: im Open. Die Konkurrenz ist gross und die Auswahl hart. Kettu zeigte diesen Sommer an den fünf Open Trials eine sehr schöne Leistung, er ist aber (noch) nicht auf dem Niveau der besten Open Hunde. Kleine Ungenauigkeiten (mal aus dem Wind wenden, mal zu weit in die Tiefe, mal nicht blitzartiges Hinlegen wenn ein Vogel auffliegt) erlaubten jedoch nicht, dass er in die Preise kam.
Seine Geschwindigkeit hat auch Nachteile: An seinem letzten Trial hat es ihn zwei Mal überschlagen, zum Glück ohne bleibende Verletzung. Die Erika bedeckt oftmals tiefe Gräben in der Heidelandschaft, das sind Tücken für Mensch und Hund. Ich bin jeweils glücklich, wenn wir alle unverletzt nach Hause kommen.

 

Für die Teilnahme an den Open Trials muss sich der Hund an vorgängigen Novice Trials mit einem FIRST oder zwei SECONDs qualifizieren. Wie in allen britischen Trials laufen die Hunde immer im Paar, dh zu zweit. Das heisst jedoch nicht, dass der Partnerhund ein Konkurrent ist, sondern ein Partner. Nicht jener Hund, der am schnellsten Wild findet oder nach vorne los prescht, wird gewinnen sondern derjenige, der führig, weit und planmässig das Gelände absucht, den Partner nicht stört, auf die Anweisunge des Hundeführers achtet, Hasen und Kaninchen nicht beachtet, bei Wildwitterung (Grouse) bewegungslos vorsteht und verharrt, bis der Richter den Befehl zum Nachziehen gibt, beim Hochfliegen des Federwilds sofort ins "Platz" sinkt, dann wieder - nur auf Geheiss des Richters - noch verbleibende Vögel vorsteht und wieder einzeln hochmacht, ohne je vom Hundeführer berührt oder gar angeleint zu werden. Bei der Schussabgabe soll der Hund selbstverständlich reglos bleiben. Nach erfolgreichem Finden und Ausarbeiten geht die Suche beider Hunde weiter - bis die Richter genug gesehen haben oder einer der Hunde einen Fehler begeht. Nachdem alle Hunde (Ein Open besteht aus 40 Hunden, dh 20 Paare) ihren ersten Gang gehabt haben, besprechen sich die Richter und bestimmen, welche Hunde es in die zweite Runde geschafft haben. Die zweite Runde ist obligatorisch. Ein Fund/Punkt im ersten Gang bedeutet nicht, dass ein Hund sicher in die zweite Runde kommt. Je nach Qualität der Hunde können die Anforderungen sehr hoch sein und nur die besten 8-10 Hunde kommen in die zweite Runde. Auch hier kann noch alles schief gehen! Bisherige Siegerhund können jederzeit auscshliessende Fehler begehen. Es gibt keine Freiminunte, so wie es in FCI Ländern üblich ist. Nur beim ersten Hinauslaufen wird es dem Hund verziehen, wenn er einen Vogel nicht vorstehen kann - doch nur, sofern er blitzartig ins Platz fällt! Nach der zweiten Runde ist das Feld meist abermals empfindlich geschrumpft. Es kommt vor, dass von 40 Hunden kein einziger die Prüfung besteht. Es kommt auch vor, dass die Richter nach der zweiten noch eine dritte Runde ausrufen, damit sie die besten Hunde gegeneinander laufen lassen können.
Dies zeigt, dass der Gewinn eines Open Trials zu Recht als höchste aller Auszeichnungen angesehen wird. Ein Setter oder Pointer, der zwei Mal ein FIRST im Open Trial erreicht, darf sich fortan FIELD TRIAL CHAMPION nennen. 

 


Ein Mal im Jahr, Mitte August, findet in Grossbritannien das Champion Stake statt. Die "Créme de la Créme" der Arbeitshunde trifft sich dort.

 

Es sind nur Hunde zugelassen, welche in den vergangene zwei Jahren ein First oder Second an einem Open Trial erreicht haben.

Der Sieger geht in die Geschichtsbücher ein: The Champion Stake Roll of Honour.

 

Der Hundeführer gewinnt Ruhm und Ehre - und ein bescheidenes Preisgeld von 150 Pfund (CHF 200).

 

Links das Sieger-Team des Jahres 2019: 
Terry Harris und FT Ch Koram Gemma Sparkfield ("Scarlet")

Kettu, März 2019 - wie er fliegt und lebt
Kettu, März 2019 - wie er fliegt und lebt

April 2019
Ein ereignisvoller Monat! Das Bild links zeigt Kettu beim Vorstehen auf dem Schottischen Hochmoor. 
Kettu hat es geschafft, sich trotz den unzähligen (Schnee-)Hasen im Novice Filed Trial von Lochindorb, Schottland, zu klassieren. Er wurde Zweiter und darf mit diesem Resultat jetzt nur noch in der Klasse "Open" laufen. 
Zurück in Deutschland lief Kettu in der Einzelsuche (auf Fasan) und klassierte sich trotz Führerfehler im 2. Preis, wobei die Richter seine Schnelligkeit, den Stil der Suche und die Ausdauer hoch lobten. 

 

Über Ostern 2019 besuchten wir erstmals Tschechien.

Diese schöne Erfahrung haben wir den Besitzern von Coppersheen Eikki zu verdanken.
An den Prüfungen um Kralovice konnte Kettu drei Mal auf Rebhühner "punkten" resp vorstehen, doch wurde ihm am ersten Tag seine enorme Passion zum Verhängnis (besser: der fehlende Gehorsam!). Am zweiten Prüfungstag hatten Kettu und seine Gordon Setter Partnerin grosses Pech, dass die Richter das abstreichende Rebhuhn nicht gesehen haben. Ich war dennoch sehr glücklich mit der Leistung des kleinen Fuchses, denn er konnte bei der international Prüfung mit grosser Konkurrenz absolut mithalten und bewies, dass er spontan sekundiert.

Kettu's bisherige Erfolge an Jagdprüfungen:

 

2019

14.4.2019 Verein f. Pointer und Setter, LG BW Bad Ditzenbach, Einzelsuche - 2. Preis mit 203 Punkten

28.3.2019 Scottish Gundog Association, Novice Stake on Grouse, Lochindorb: SECOND PRIZE - qualified for Open

 

2018

9.11.2018 SPCS Field Trial Couple (Paarsuche) auf Fasan, Kogenheim, F: 4 EXCELLENT
Prüfung auf Schottische Moorhühner in Schottland:
2.8.2018 The Pointer Club of Scotland "Lady Jean Fforde Memorial Stake" Open Stake, Dorback, GB: CoM Certificate of Meri
Prüfungen auf Rebhühner & Rothühner in Südengland:

13.4.2018 The Kennel Club's Novice Stake, Six Mile Bottom, Cambridgeshire, GB: SECOND PRIZE

20.4.2018 The Southern & Western Field Trial Society, Novice Stake, Newmarket, GB: CoM Certificate of Merit


2017 - Prüfungen auf Fasan, Rebhühner und Grouse (Schottisches Mooorhuhn)

11.11.2017 SPCS Field Trial Quête de Chasse, Solo, Baldenheim, F: 1er TRES BON

29.10.2017 VPuS LG Saar, Internationales Derby, Paar, Wallerfangen, D: VORZÜGLICH 17 P. SUCHENSIEGER 

28.10.2017 VPuS LG Saar, Internationales Derby, Solo, Wallerfangen, D: VORZÜGLICH 16 P

26.8.2017 SCAV Field Trial Solo, Corcelles/Payerne, CH: 1er TRES BON

1.8.2017 Pointer Club of Scotland Novice Stake, Dorback, GB: THIRD PRIZE

20.3.2017 Dukeries (Notts) Puppy Stake, Holwick, GB: THIRD PRIZE

 

Kettu geniesst den Schnee!

Dia-Schau Dezember 2018: Kettu durfte im Elsass mit François Boitier auf Fasanenjagd. Es hat allen Spass gemacht!

Kettu rennt... und rennt... und rennt.
Kettu rennt... und rennt... und rennt.
Kettu steht Moorhühner vor, auf dem Schottischen Hochmoor, April 2018
Kettu steht Moorhühner vor, auf dem Schottischen Hochmoor, April 2018

November 2018: Internationales Field Trial "Couple" in Baldenheim, Frankreich


Wir waren an der Jagdprüfung des Schweizer Setter und Pointer Clubs, durchgeführt im Elsass. 

Kettu lief an drei Tagen in der Paarsuche (CACIT). Am ersten Tag kam er bei ungünstigem Wind (mein Fehler) an eine Hecke: als er den Fasan in die Nase bekam war es schon zu spät: der Fasan zog es vor, das Weite zu suchen und liess den Hunden keine Chance zum Vorstehen. 
Am zweiten Tag lief Kettu mit einer jagderfahrenen English Setter Hündin aus den Niederlanden. Die zwei Hunde zeigten eine passionierte Suche. Erst kam die English Setter Hündin Gadji zum Vorstehen, Kettu sekundierte brav. Danach suchte Kettu die Hecke ab und auch er stand vor. Auf mein Signal pirschte er sich näher ran ("Nachziehen") und fand die Fasanendame unter dem Schilf versteckt. Beim Auffliegen wurde ein Schuss abgefeuert und Kettu bewegte sich nicht. Damit war unser Gang beendet. Ich war noch unsicher, wie die Richter den Lauf bewerten würden, aber wir Hundeführerinnen waren glücklich mit unseren Hunden! Das Resultat am Ende des Tages: die English Setter Hündin Gadji del Vento siegte mit Excellent 1, CACT/CACIT - und mein Kettu erhielt das 4. Excellent! Ich war sehr stolz auf das kleine Füchslein, der sich im internationalen Wettkampf behaupten konnte. 
Am dritten Tag war uns das Glück nicht gut gesinnt, denn die uns zugeteilte Fläche war Minuten zuvor mit Flüssigdünger bespritzt worden.

Danke Mi Schlenther für das Foto! 

Kettu steht Grouse vor, Open Stake August 2018, NCPSS, Moy, Scotland
Kettu steht Grouse vor, Open Stake August 2018, NCPSS, Moy, Scotland

Sommer 2018

Wie in anderen Jahren zog es uns in den Norden, nach Nord-England und Schottland, wo Trainings, Field Trials sowie Wildzählungen  angesagt waren. Es stellte sich rasch heraus, dass der aussergewöhnlich Sommer auch auf den Britischen Inseln zur Ausnahmesituation geführt hatte: schon früh zeichnete sich ab, dass die Grouse (Schottische Moorhühner) schlecht weggekommen waren. Die Aufzuchtbedingungen für die Gelege waren aufgrund Hitze, wenig Wasser und fehlenden Insekten vielerorts schlecht. Im Gegensatz zu anderen Jahren hatten viele Jungtiere nicht überlebt. Nicht alle Hochmoore waren gleich stark betroffen, die Situation war weiter nördlich deutlich besser. Das heisse Klima führte auch dazu, dass etliche der Field Trials auf den Hochmooren annulliert wurden. Hinzu kamen Tage mit starkem Wind oder Sturm, wodurch die Trials zur Schonung der Jungvögel ebenfalls abgesagt wurden. Insgesamt war es ein schwieriges Jahr für die Grouse in Schottland - und damit auch für die Jagdprüfungen. Dort, wo die Field Trials dann doch abgehalten werden konnten, waren die Bedingungen für die Hunde nicht einfach! Es war trocken, heiss und es gab wenig Wildvorkommen, sodass die Hunde lange und ausdauernd suchen mussten.
Das Irish Setter Trial in Swinton musste leider abgesagt werden. Eine Enttäuschung, da ich dafür speziell früh angereist war.

Umso mehr hat es mich gefreut, dass ich Kettu kurzfristig im Pointer Open Stake in Reeth nachmelden konnte - und er dort auch gleich mit toller Leistung in die zweite Runde kam. Ein einzelner Grouse wurde uns im zweiten Lauf zum Verhängnis: Kettu stand vor, zog nach, doch  aus Mangel an Erfahrung konnte er den Vogel nicht klar festmachen - und ich als Führerin habe den Vogel aufgescheut! Damit waren wir ausgeschieden. Trotzdem habe ich mich riesig über die Leistung des jungen Kettu gefreut. Erstmas bei den "Grossen" im Open und hat sich keine Blösse gegeben!
Vier weitere Trials absolvierte er in Topform; sowohl im Novice als im Open (die höchste Klasse) schaffte er es drei mal in die zweite Runde. Schliesslich klapte es bis zum Schluss, und Kettu konnte sich im angesehenen Open Stake des Pointer Club of Scotland, dem "Lady Jean Fforde Memorial Stake" mit eine "Certificate of Merit" klassieren. 

Nach den Trials war ein Aufenthalt auf der Insel Lewis eingeplant, eine traumhafte Gegend! Auch hier durften wir eindrückliche Momente beim Training unserer Hunde auf dem wilden weiten Moorland von Lewis geniessen.

Grosser Dank an Russel Hird von RJH Sports für die wunderbaren Ausflüge!
Im Gespräch stellte sich heraus, dass Russel seinen ersten Irish Setter vor vielen Jahren von einem älteren Herrn erworben hatte, welcher den Hund altershalber nicht behalten konnte. Der Rüde war damals 8 Jahre alt. Der Hund sei der beste gewesen, den Russel je hatte! Ich fragte nach dem Namen des Hundes: "Lusca Red Flame of Ardoon" - der Bruder von FT Ch Lusca Speedy Boy of Ardoon. "Lusca Red Flame of Ardoon" wurde nur ein Mal zur Zucht eingesetzt: vom verstorbenden John Kerr im Zwinger Rushfield in Schottland. Somit war Lusca Red Flame der Ur-Ur-Grossvater von Kettu! Der ältere Herr war Will Sloane von Ardoon Setter und der Züchter des Hundes Declan O'Rourke (Lusca Red Setters, Irland). Declan O'Rourke ist nach wie vor aktiv und ich habe ihn dieses Jahr an den Trials angetroffen und er konnte mir viel von seinen Hunden erzählen! 

 

19.5.2018 - Kettu feiert seinen 2. Geburtstag! 

 

März & April 2018

Während der Aufzucht des E-Wurfs fehlte es an Zeit für den jungen Wilden, und so habe ich mich entschlossen, Kettu für einen Monat "unserem" Jagdhunde-Profi François Boitier-Mura anzuvertrauen. So durfte Kettu intensiv Jagderfahrungen sammeln und auf den weiten Feldern nach Rebhühner suchen. Er hat davon sehr profitiert und an Tempo nochmals zugelegt. Seine feine Nase wittert das Wild auf grosse Distanz. Stilistisch kann unser Leichtgewicht bald mit den Grossen mithalten. Im März waren wir für ein paar Tage in der Champagne für drei Tage Frühjahrsprüfungen des Red Club de France, wo ihn François Boitier geführt hat. Kettu sollte das Junghunde-Derby und im Solo laufen. Leider konnte er sich an zwei Tagen nicht klassieren, die Rebhühner waren schlauer und schon weg. Es regnete durchgehend, und der dritte Tag wurde wegen Schneefall abgesagt. 

Im April waren dann grosse Ferien / Welpenübergabe in Grossbritannien angesagt und Kettu, Annie, Rasmus und die kleine Star durften mit mir die weite Reise antreten. Hier verbrachten wir wunderbare Tage, erst am Strand, dann auf dem grouse Moor in Schottland für die Wildzählungen. Den krönenden Abschluss der Reise bildete eine Woche im Süden des Landes, wo die jagdlichen Prüfungen auf Rebhuhn und Fasan stattfanden. Ich war sehr beeindruckt von dem grossen Wildvorkommen an diesen Prüfungen: an einer Prüfung in einem wunderschönen Revier gab es neben den gewünschten Rothühnern, Rebhühnern und Fasanen auch Enten, Gänse, Hasen, Reh, und für mich neu: Muntjak zu sehen. Die Anforderungen an die Hunde sind enorm, denn sie dürfen sich nicht ablenken lassen sondern müssen sich auf Rebhuhn und Fasan konzentrieren. Jede noch so kleine Hetze führt zur Disqualifikation, auch bei den Novice Prüfungen. Ich war begeistert, dass Kettu sich an zwei Tagen bei diesen schwierigen bedingungen klassieren konnte. Ein Mal im zweiten Rang, das andere mal mit einem "Certificate of Merit", eine hohe Anerkennung der Leistung aber mit Abzügen (in unserem Fall wegen eines kräftige Stimmeneinsatzes von Seiten der Hundeführerin...).
Alle Prüfungen in GB werden als Paarsuche durchgeführt, das heisst es laufen immer zwei Hunde gleichzeitig, wodurch die zwei Hunde sich schnell mal zu Unfug verleiten könnten. Es wird ein hohes Mass ein hohes Mass an Gehorsam und eine systematische Quersuche verlangt. 

 

Link zur alten Homepage

 

Auf dem Bild rechts ist Kettu 10 Monate alt, er sieht hier aber viel jünger aus. Auffällig war, dass der kleine Flitzer sehr langsam gewachsen ist und seine Endgrösse erst mit etwa 18 Monaten erreicht hat. Das Gewicht ist nach wie vor am unteren Ende der Skala, er wiegt kaum 20 kg. Ich hoffe, dass er - ähnlich wie Annie - bis zum Alter von 5 Jahren noch an Substanz zulegen wird.

 

Was die Entwicklung des Jagdinstinkts anging, da war er sicher nicht langsam! Das Vorstehen hat er im Blut, und die Begeisterung für Vögel war schon mit 4  Monaten sehr auffällig. Seine starke Jagdpassion und seine hohe Motivation lassen oft vergessen, dass er nach wie vor ein sehr junger Hund ist. Das zeigt sich im mentalen Bereich. Kettu ist charakterlich ein weicher Hund, der Zuwendung und Streicheleinheiten sehr geniesst. Zu viel Hektik und Strenge in der Ausbildung wirken sich negativ aus. Für die Ausbildung solcher Hunde ist "Ruhe" und "Herunterfahren" genau so wichtig wie Action. Das gegenseitige Vertrauen ist unerlässlich, denn nur so kann das Beste aus dem Hund heraus geholt werden. 

Oft denkt man, mit der Leistungslinie einen "harten Hund" zu sich ins Haus zu holen. Das Gegenteil ist oftmals der Fall: es sind sensible, hoch reaktive Hunde, die einen ruhenden Pol und eine ruhige, gelassene Art der Ausbildung benötigen. Kuscheln schätzen sie genau so wie ihre Cousins aus der Showlinie. Kettu verfält jeweils in eine Art "Trance" wenn er abends gestreichelt wird: die Augen fallen im Sitzen zu, er lehnt sich zurück und vertraut vollkommen darauf, dass er sich fallen lassen kann...